Tag 56 – 59 (09.09. – 12.09.2015) – Russland

Nach dem etwas endtäuschenden Kasachstan konnte Russland eigentlich nur noch besser werden – und das wurde es auch! Aber erstmal von vorne. Die russische Grenze als Ausländer mit eigenem Fahrzeug zu überqueren gilt allgemein als sehr mühselig. Auch die Visa-Bestimmungen erwiesen sich als aufwändige Sache und waren mit viel Papierkram verbunden. Wir wurden aber relativ gesittet behandelt und der Zoll ähnelte erstmals wieder einem etwas zivilisierteren seiner Sorte. Die erste Begegnung konnte dann auch typisch russischer nicht sein. Als ein besser positionierter Russe uns in der Kolone entdeckte, rief er uns mit einer Raucherstimme, die jener von Walter Frosch in nichts nachstand, im klassischen Deutsch-Russisch nach vorne. Wir durften also die ganze Schlage durchlaufen. Der genannte Mann war Mitte 60ig und arbeitete in der DDR-Zeit als Lkw-Fahrer in Deutschland. So ging das Ganze also nochmal schneller von statten und wir hatten einen sehr angenehmen Übertritt mit Zöllner, die gar deutsch sprachen. Aufgrund unserer inzwischen ziemlich heruntergekommenen Blattfedern, fuhren wir im Anschluss im Schneckentempo nach Barnaul. Unsere Zürcher Panda-Kollegen hatten hier auch schon Probleme zu bekunden, wobei sie uns eine Top-Garage angeben konnten, die sich dann auch unseres Pandas annahm. In der Zwischenzeit deckten wir uns mit Konserven und Gemüse ein, um in der Mongolei dem einheimischen Essen möglichst entgehen zu können. Die Mongolen sind die weltweiten Meister der schlechten Küche und berühmt berüchtigt für ihre diversen Milch- und Fleischprodukte. Russland ist im allgemeinen relativ westlich orientiert, was aber auch etwa so zu erwarten war.

24h später hatten wir zum zweiten Mal neue Blattfedern und hofften fest auf ein schadloses Überstehen der Mongolei. Die Mechaniker waren einmal mehr Weltklasse und machten in kurzer Zeit das Beste aus der Situation. Im Ganzen haben wir übrigens für 4mal Garage aufsuchen insgesamt 600 Dollar gezahlt. 1x selbst reparierter Stossdämpfer, 1x ersetzte, hausgemachte Zylinderkopfdichtung und 2x neue Blattfedern. Gemäss Automech Gabriel käme man in der Schweiz für dies locker auf über 4000 Franken.

DSC01393 Kopie
Die beiden russischen Panda-Medizinmänner in Barnaul

Am selben Abend fuhren wir dann noch weiter in Richtung Altai-Gebirge und schliefen rund 300km in einem Waldabschnitt direkt an der Hauptstrasse. Der dritte Tag in Russland war dann das Sahnehäubchen. Innerhalb von 600km ging es durch das wunderschöne Altai-Gebirge an die mongolische Grenze. Ein Traum und mitunter einer der schönsten Abschnitte unserer bisherigen Reise. Hier fährt man sämtliche Kilometer begleitet von einem Fluss durch unendlich grosse Wälder die sich erst an der Baumgrenze der schneebedeckten Berge des Altai-Gebirges verlieren. Zusätzlich ist hier bereits langsam Herbst geworden und die Bäume könnten farbiger nicht sein.

DSC01411
Neuer Rammschutz
DSC01404 Kopie
Süd-Russland
DSC01413 Kopie
Herbst im Altai-Gebirge
DSC01432 Kopie
Altai-Gebirge

Nach diesem wunderschönen Tag kamen wir um 7 Uhr an der Grenze an. Diese war aber schon geschlossen. War nicht weiter dramatisch, wir fuhren einfach ein paar Kilometer in die Natur hinaus und nahmen den Übertritt am nächsten Tag in Angriff.

DSC01444 Kopie
Langzeitbelichtung in der russischen Steppe
DSC01459 Kopie
Die russische Steppe vor dem mongolischen Zoll

Russland war bisher eine sehr positive Erfahrung. Allerdings war dies erst unser erster Abschnitt in diesem Land, der Zweite wird nun rund in einer Woche folgen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.